Bettenhochhaus und Institutsgebäude (Bildmitte) in der Luisenstraße ©Charité

Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin in Berlin: Fortsetzung einer Berliner Tradition

Die Sexualwissenschaft ist eine in Berlin gegründete Fachdisziplin, die an Vorarbeiten von Wilhelm von Humboldt (1767 – 1835) anknüpft. Bereits 1919 kam es zur Gründung des ersten Instituts für Sexualwissenschaft. Dieser Tradition folgend kam es 1996 zur Integration der Sexualwissenschaft in das Zentrum für Human- und Gesundheitswissenschaft der CharitéUniversitätsmedizin Berlin. Darin kam zum Ausdruck, dass eine Erforschung der ganzen Bandbreite sexuellen Erlebens und Verhaltens angestrebt wird, also nicht nur eine Befassung mit Störungsbildern.

Das Institut bietet Lehrveranstaltungen, Studienarbeiten und Praktika für Studierende aller Fachbereiche und engagiert sich interdisziplinär für eine Erforschung menschlicher Geschlechtlichkeit, d.h. der Befassung mit biologischen, psychischen und sozialen Einflussfaktoren auf menschliche Sexualität. Aus diesem Grundverständnis erfolgen auch diagnostische und therapeutische Angebote für Menschen, die an ihrer Sexualität leiden. Entsprechende Angebote werden in der Hochschulambulanz für Sexualmedizin vorgehalten und betreffen alle bekannten Indikationsbereiche. Über Erscheinungsformen, Diagnostik und Behandlungsmöglichkeiten von menschlichen Sexualstörungen werden alle Medizin- Studierenden der Charité ausgebildet. Weiterbildungen für Ärzte und Psychologen erfolgen in gesonderten Curricula gemäß Weiterbildungsordnung der Ärztekammer Berlin.

Dem ganzheitlichen Grundansatz der Sexualmedizin folgend sind Präventionsangebote für Menschen mit sexuellen Präferenzbesonderheiten (insbesondere Pädophilie) entstanden, die zum einen als bundesweites Präventionsnetzwerk Kein Täter Werden hier und an 10 weiteren Standorten sowie als nur hier am Institut beheimatetes Präventionsprojekt Du Träumst Von Ihnen vorgehalten werden.

Gleiches gilt für am hiesigen Institut entwickelte paarbezogene Behandlungsverfahren der Syndyastischen Sexualtherapie.

Grundlagenforschungen, empirische Untersuchen, sowie klinische Studien zum sexuellen Erleben und Verhalten wie etwa NeMUP Nord ergänzen das Leistungsspektrum des Instituts.